Schlütersche 2003, 160 S. 155 Abb., geb.
Wer das erste Mal ein bakteriologisch-mykologisches Labor betritt, in dem noch klassische kulturelle Diagnostik betrieben wird, der rümpft die Nase ob der teilweise wenig appetitlichen Gerüche. Was Bakteriologen und Mykologen in ihren Petrischalen und Röhrchen anzüchten, sieht zunächst wenig anregend und interessant aus. Das ist aber nur der erste Blick. Wer näher tritt, erstaunt bisweilen.Der Autor hat während seiner diagnostischen Tätigkeit ungewöhnliche, manchmal bizarre, häufig interessante Morphologien gesichtet und fotografiert. Steckt dahinter ein generelles Ordnungsprinzip?Dieser Bildband ist ein Plädoyer für das genaue Hinsehen, für das leidenschaftliche Betrachten und Assoziieren. Im diagnostischen Labor schlummern verborgene, unerwartet ästhetische Schätze.Schönheit findet im Auge des Betrachters statt. Der Autor setzt einen etwas anderen Akzent in einer zunehmend molekularbiologisch dominierten Wissenschaft.Ein Buch für ästhetisch interessierte Biologen und Mediziner aller Fachrichtungen.
Knesebeck, 2004, 292 S. 204 Abb., mit Ausklapptafeln, geb.
Frederking & Thaler, 2004, 240 S. 350 Fotos, geb.
Nähnadel und Schneeschuh, Bewässerungssystem und Verhütungsmittel, Weberei und Zeitmessung, Heizung und Brettspiel: Es ist verblüffend, welche Erfindungen die Menschheit schon vor vielen tausend Jahren gemacht hat. Dieses Buch gibt einen Überblick über die Meilensteine des Fortschritts – faktenreich und anschaulich geschrieben.
Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte ihrer Erfindungen. Seit der erste Urmensch einen Stein als Faustkeil benutzte, hat der Mensch nicht aufgehört, sich immer neue Werkzeuge und Techniken zu erschliessen. Dieses Buch erzählt ihre Geschichte: Angefangen bei grundlegenden Geräten wie Stein- und Holzwerkzeugen, Körben und anderen Behältern, über Bau- und Siedlungstechniken und das weite Feld der Landwirtschaft mit ihren Durchbrüchen bei der Domestizierung von Tieren und Pflanzen, spannt es den Bogen zu Themen wie Verkehrswesen, Jagd, Sport, Wissenschaft und Kunst. Zahlreiche Fotos, Illustrationen und Detailskizzen veranschaulichen den Text; zusätzliche Info-Kästen ordnen die Themen chronologisch ein. Besonderen Wert legt das Buch auf Zusammenhänge: Brian M. Fagan, weltweit eine der Koryphäen für die Entwicklung der Zivilisation, referiert nicht nur den jeweiligen Kenntnisstand, sondern diskutiert auch kontroverse Theorien und mögliche Alternativen. Diese Herangehensweise hebt das Buch über den Rang eines Nachschlagewerks hinaus und macht es zu einem Standardwerk der Entwicklung des menschlichen Erfindungsgeistes.
Ullstein, 2004, 480 S. geb.
Nach dem großen Erfolg von Ernst Peter Fischers Die andere Bildung stellt der Autor nun die Frage: Was wissen die Naturwissenschaften vom sich bildenden und werdenden Menschen? Während Die andere Bildung von der "äußeren Wissenschaft" handelte, also von allem, was Menschen an äußerlich vorhandenen Dingen sinnlich erfassen und erforschen, beschreibt das neue Buch die "innere Wissenschaft" und ihren Blick auf den Menschen selbst. Fischer schildert höchst anschaulich, wie der Mensch auf die Welt kommt und wie sich der Mensch die Welt aneignet. Das Buch spannt einen Bogen von der befruchteten Eizelle bis zu den neuesten Ergebnissen der Gehirnforschung und den dort aufgeworfenen Fragen nach Gedächtnis und Erinnerung, Gefühl und Verstand, biologischer Bestimmung und Willensfreiheit. Wer sich selbst begreifen will, wer besser verstehen will, wie Körper und Geist beim Menschen zusammenhängen, sollte wissen, welches Bild sich die zeitgenössischen Naturwissenschaften von uns machen.
DuMont, 2004, 314 S., geb.
Schirmer Mosel, 2003, 408 S., 205 Abb. geb.
Seit Dädalus und Ikarus träumt die Menschheit davon, die Welt von oben - mit den Augen der Götter - zu betrachten. Es gelang ihr erst im späten 19. Jahrhundert - mit Heißluftballons, Zeppelinen und schließlich dem Flugzeug.
Neben den Militärs waren es vor allem Archäologen, die die Möglichkeiten dieser neuen Perspektive erkannten und gemeinsam mit der ebenfalls noch jungen Photographie für sich zu nutzen wussten. Von 1879 datiert die erste Luftaufnahme eines archäologischen Monuments, der Ruinen von Persepolis. Georg Gerster ist ein sehr erfahrener und prominenter Flugbildphotograph unserer Zeit. In 51 Ländern auf allen fünf Kontinenten dokumentierte er seit den 60er Jahren archäologische Stätten jeder Grössenordnung, Epoche und Kultur: von Stonehenge bis zur chinesischen Mauer, von der Akropolis, den Tempeln von Abu Simbel, die dem Assuan Staudamm weichen mußten, bis zu aztekischen Kultstätten in Mexiko und monumentalen Steinzeichnungen in der kalifornischen Wüste.
Gersters Farbaufnahmen sind nicht nur bestechend präzise Dokumente und technische Meisterleistungen, sondern auch ästhetisch faszinierende, ungekannte Blicke auf unsere Welt.
Frederking & Thaler, 2003, 176 S., 100 Farbfotos, geb.
Anschaulich und auch für medizinische Laien interessant, erzählt Lehmann die Geschichte einer bedeutenden Operation. Die zahlreichen Abbildungen aus verschiedenen Jahrhunderten geben einen faszinierenden Einblick in die Welt des Kaiserschnittes.Wie sich dieser Wandel über die Jahrhunderte von einer Notoperation zu einer anerkannten Alternative zur normalen Geburt vollzogen hat, berichtet der Gynäkologe und Geburtshelfer in seinem medizinhistorischen Werk.
Schattauer, 2., erw. Aufl. 2004, 328 S., 20 Abb., mit CD, geb.
Bernard Lown ist einer der berühmtesten Ärzte unserer Zeit. Er erfand die elektrische Defibrillation bei tödlichem Herzflimmern, die jährlich Tausenden von Patienten das Leben rettet. Er entwickelte eine wirksame medikamentöse Behandlung bei Herzrhythmusstörungen, und Ärzte in aller Welt bedienen sich der nach ihm benannten Lown-Klassifikation" dieses Krankheitsbildes. Dafür hätte er den Nobelpreis in Medizin verdient, doch geehrt wurde Lown mit dem Friedensnobelpreis: Getreu dem Grundsatz, dass Politik Medizin im Großen" (Virchow) ist, engagierte sich Lown gegen das atomare Wettrüsten im Kalten Krieg und gründete die Internationale Vereinigung der Ärzte gegen den Atomkrieg" (IPPNW).Seine vehemente Kritik des gegenwärtigen Gesundheitssystems und seine Vorschläge für eine menschlichere Medizin stammen also nicht von einem Außenseiter, der die Medizin und ihre Akteure aus der Distanz mit moralisch erhobenem Zeigefinger beurteilt. Es sind die Erfahrungen eines aktiven Arztes, der das Gesundheitswesen selbst mitgeprägt hat.Mit diesem Buch ermutigt Lown die Ärzte, den Kampf für eine menschlichere Medizin nicht aufzugeben. Er stiftet seine Kollegen dazu an, sich wieder auf Werte, Fertigkeiten und Kenntnisse zu besinnen, die sie befähigen, nicht nur ihren Patienten gerecht, sondern auch zufriedener in ihrem eigenen Beruf zu werden. Lown erzählt packende, zum Teil amüsante, zum Teil bestürzende, stets nachdenklich machende Episoden aus seinem bewegten Leben als Arzt und Wissenschaftler, die deutlich machen, dass eine Medizin mit menschlichem Gesicht auch in Zeiten fragwürdiger Reformen und bürokratischer Fesseln möglich ist.Mit einer Fülle von lebendig erzählten Fallbeispielen, Anekdoten und Episoden aus einem bewegten Leben als Arzt und Wissenschaftler macht Lown deutlich, dass unser Gesundheitssystem noch nicht unheilbar ist. Seine Anstiftung zum Umdenken macht Ärzten Mut, den ganzen Reichtum ihres Wissens und ihrer Werte einzusetzen - zum Nutzen ihrer Patienten und für eine größere Befriedigung mit der eigenen Profession. Patienten stiftet das Buch an, sich ebensolche Ärzte zu suchen, die die Kunst des Heilens nicht preisgeben wollen.
Frederking & Taler, 2004, 372 S., 231 Farbfotos, 18 Karten geb.
Wiley-VCH, 2003., 346 S. geb.
Mit Hilfe des 'Tissue Engineering' konnten in den vergangenen zehn Jahren große Fortschritte bei der Züchtung von künstlichem Gewebe erzielt werden. Künstliche Gewebe werden heute bereits zum Ersatz verbrannter Hautbereiche z.B. in der plastischen Chirurgie oder zum Aufbau verletzter Knorpelstrukturen eingesetzt. Dieses besonders umfangreich und anschaulich illustrierte Praktikerbuch vermittelt die grundlegenden Einblicke in die komplexe Welt der Gewebeentstehung und der Züchtung von künstlichem Gewebe mit Hilfe des 'Tissue Engineering'. Einführend werden die Grundlagen der Zellbiologie und Gewebeentstehung und des weiteren der Gewebezüchtung behandelt. Ein besonderes Augenmerk legen die Autoren auf die Mechanismen der Gewebedifferenzierung und die kritische Bewertung von Eigenschaften in reifenden Gewebekonstrukten. Gesicherte therapeutische Erfolge beim 'Tissue Engineering' werden nur dann erzielt, wenn die reifenden Gewebekonstrukte zuverlässig die gewünschten funktionellen Eigenschaften entwickeln. Ein zweiter Schwerpunkt dieses Buches liegt auf der Anwendung von Stammzellen unterschiedlichster Herkunft beim 'Tissue Engineering'. Es reicht nicht aus, Stammzellen zu isolieren und zu vermehren, vielmehr müssen daraus sorgfältig gesteuert funktionelle Gewebe entwickelt werden. Abgerundet wird dieses Buch durch ein aussergewöhnlich umfangreiches Glossar, das rund 1000 Stichwörter aus Zellbiologie, Gewebekulturtechnik und 'Tissue Engineering' enthält.